Suchen
ende

Die Quittung

Die Tony Cassella-Trilogie | #2

So sieht’s aus

Tony Cassella ist zurück. Mitten im New York der 1980er Jahre und in der allgemeinen Reagan-Begeisterung gerät der Privatdetektiv unvermittelt in den Strudel von Immobilienspekulationen. Eigentlich soll er nur die Bergmans finden, betrügerische Mieter, die ihre mietpreisgebundene Wohnung gewinnbringend weitervermieten, während sie selbst schon längst New York verlassen haben. Doch was als harmloser und wenig ruhmreicher Routineauftrag beginnt, trägt Tony Cassella mitten hinein in das Herz der New Yorker Immobilienblase, in der sich Mafia und Politik die Hände reichen und gemeinsam über die Opfer ihrer Machenschaften hinwegsteigen. Als die Spuren dann bis in die höchsten Kreise von Washington führen, muss Tony erkennen, dass auch er nur ein Spielball seiner Auftraggeber ist. Wird er es schaffen, seinem Ehrenkodex treu zu bleiben, wenn sein Leben, seine Arbeit und seine Familie von skrupellosen Mächten bedroht sind, die nicht zögern, Mietshäuser samt ihrer Bewohner niederzubrennen?

Gespannt bis zur letzten Seite folgt man dem Frauenliebling und -liebhaber Tony Cassella auf seiner Tour de Force durch den Bodensatz der Immobiliengeschäfte, der am Ende doch das Fundament bildet, auf dem all unsere Häuser stehen – mal mehr oder weniger schwankend…
Ein erschreckend aktueller Krimi, wenn nicht gar zeitlos.

 

Die erste deutsche Ausgabe des Romans erschien 1989 im Rowohlt Verlag unter dem Titel Zahltag für Cassella. Das Originalmanuskript wurde für die spraybooks-Ausgabe vollständig überarbeitet.

Die Tony Cassella–Trilogie

»Die Rechnung«, 2015, Original: »No One Rides For Free«, 1986
»Die Quittung«, 2015, Original: »You Get What You Pay For«, 1988
»Der Wechsel«, 2016, Original: »Foreign Exchange«, 1991

Die Quittung

Larry Beinhart

Der 1947 geborene Larry Beinhart lebt heute in Woodstock, NY, und arbeitet hauptsächlich wieder als Journalist. 2015 hat er einen neuen Roman geschrieben, »ZombiePharm«, eine ausgesprochen witzige und kluge Satire auf das moderne Schulsystem nicht nur in den USA.

Larry Beinhart lacht oft und gern, deshalb spielt in seinen Büchern Humor eine so große Rolle. Er vergisst nie, seine Leser auch zum Schmunzeln zu bringen, selbst wenn der Tenor einer Geschichte ernst ist — etwa in seinem hierzulande vermutlich bekanntesten Roman »American Hero«, wenn er den Schlafanzug von Präsident Bush beschreibt: weißes Flanell mit Seehunden, die kleine Präsidenten auf den Nasen balancieren.

Weisheiten

Tony Cassellas Kampf geht weiter. Und die Erkenntnisse seines toten Vaters Michael erweisen sich dabei als sehr nützlich.

Ich bin noch nie einem Gangster begegnet, der keine Gipsheiligen auf seiner Fensterbank stehen hatte.

Michael Cassella

Und auch dies:

Es gibt nur zwei Gründe dafür, ein Arbeiterführer zu sein.

Der eine ist die Überzeugung, dass die Arbeiter einen Anspruch, ein vorrangiges Recht, auf die durch ihre Arbeit entstandenen Gewinne haben. Sämtliche theoretischen Gebäude, die eine solche Überzeugung stützen, kommen von der Linken. Kommunismus, Anarchismus, Sozialismus, Wasauchimmerfüreinismus. Ganz sicher nicht von Investment-Bankern.

Der andere besteht darin, mehr Geld zu machen, als man durch echte, richtige Arbeit jemals kriegen kann. Wenn’s einem ums Geld geht, dann wird man auch andere Dinge für Geld tun. Wie zum Beispiel die Leute zu verkaufen, die man eigentlich repräsentieren sollte. Sogar der durchschnittliche Malocher kann den Unterschied erkennen.

Um nun an der Macht zu bleiben, sind die Typen, die nur des Geldes wegen dabei sind, auf Gewalt angewiesen. Die Leute, deren Geschäft die Gewalt ist, die mögen die Gewerkschaften. Eine Gewerkschaft ist wie eine Kuh mit zwei Eutern. Man melkt die Mitglieder. Man melkt die Arbeitgeber.

Wenn die Gangster von den Idealisten angegriffen werden, was tun die dann? Sie rufen den Staat um Hilfe: »Wir haben hier Kommies, die wir uns unbedingt vom Hals schaffen müssen.« Wenn der Unternehmer es mit einer Gewerkschaft zu tun bekommt, die er nicht kaufen kann, dann ruft er nach dem Staat: »Wir haben hier ein Problem mit einer Bande von Kommunisten.« Also schreitet der Staat  ein und verpasst den Kommies einen fetten Tritt in den Hintern — beziehungsweise jedem, den man einen Kommie nennen kann oder den man so titulieren muss, weil er nämlich die Integrität besitzt, sich den Bossen gegenüber zu behaupten, und den Mumm hat, den Gangstern die Stirn zu bieten.

Und wer bleibt am Ende? … Der Staat, der Unternehmer und die Gangster.

Michael Cassella

Das erste Kapitel

Da geht es hin, das Viertel

Der Bronx Park liegt unmittelbar südlich vom Woodlawn Cemetery. Dort befinden sich die New York Botanical Gardens und der berühmte Bronx Zoo, wo Tiger manchmal einen Wärter fressen.

Ein Weg dorthin ist die Seventh Avenue/ Broadway-Linie. In Manhattan verläuft sie unterirdisch, in der Bronx oberhalb der Straßen, und man nennt sie kurz die El. Sie rattert auf siebzig Jahre alte Eisenbögen dahin. Fensterlose, ausgebrannte Gebäude starren den Fahrgast an. Wo früher einmal Kinder nach Hause gelaufen sind, um, von vier soliden Wänden umgeben, Mommas Leber mit Zwiebeln zu essen, gibt es heute nur noch Trümmergrundstücke.

Das ist nichts Neues. Der Bürgermeister hat im Fernsehen erzählt, dass die Bronx wieder ganz groß rauskommen wird. Jetzt oder bald oder irgendwann. Aber Ende Januar bekäme man die Sozialwohnungen, Apartments, Mietskasernen, die braunen Sandsteinhäuser leer, indem man den Leuten einfach ein Gratisticket an einen warmen Ort anbietet. Nicaragua. Beirut.

Selbst Arthur Scorcese, der gerade warm und bequem in seinem zweitürigen weißen Lincoln Continental mit der langen Motorhaube durch die Ruinenlandschaft rollte — und der in den meisten Fällen genau wusste, welche Häuser von ihrem Besitzer und welche von ihren Bewohnern abgefackelt worden waren —, hätte da nicht nein gesagt. Obwohl Arthur wirklich am liebsten nach Arizona gegangen wäre — was er auch schon seit drei Jahren versuchte. Der Sunbelt. Warm, sauber und immer noch eine einigermaßen klare Rassentrennung.

Der Tag hatte mit großen Erwartungen begonnen, und positiven noch dazu. Arthurs Vater, Santino »The Wrecker« Scorcese, lebte jetzt in Manhattan, mit dem Auto knapp zwanzig Minuten entfernt von Arthurs Haus in Long Beach, Long Island. Die Feds bezeichneten Santino mit Vorliebe als »The Wrecker« — den Spitznamen kannten sie durch die Wanze in seinem Telefon —, wobei sie kein einziges Mal darauf hinwiesen — oder hast du vielleicht mal in der Daily News gelesen, dass der Spitzname im wahrsten Sinne des Wortes zutreffend war, weil Santino die Finger in der Abschlepp-Branche hatte und ein paar Schrottplätze besaß.

Das war die letzten drei Jahre eine echt große Freude gewesen, weil Santinos Wohnsitz das Dannemora State Penitentiary war, irgendwo in der Eiswüste zwischen Nirgendwo, Nirgendwo und Kanada. Eine sechzehnstündige Fahrt auf dem New York State Thruway, mit Raststätten, wo der Kaffee nach Styropor schmeckte und wo sie es geschafft hatten, sogar den Pfeffer, den man auf das nach Pappe schmeckende Essen streute, nach Pappe schmecken zu lassen: Wahrscheinlich eine Verfeinerung des gleichen Verfahrens, mit dem man Kaffee das Koffein entzieht. Oder, fast genauso schlimm, quer durch die Stadt, an der anderen Seite wieder raus und auf den People Express in Newark, dann weiter nach Burlington, Vermont, nach Avis, anschließend quer durchs Land auf zweispurigen, vereisten Straßen, verstopft von mit ständig 35 Stundenkilometer dahin schleichenden Holztransportern.

Santino sollte noch weitere zwei Jahre dort bleiben. Er war wegen einer Bundesgeschichte eingelocht worden, hatte aber außerdem ein Verfahren wegen Verletzung von Bewährungsauflagen laufen, würde also auch noch eine Weile in einem Staatsgefängnis sitzen. Aus Dannemora entlassen, würde er für weitere fünf Jahre in einen Bundesknast verlegt, wahrscheinlich nach Danbury.

Arthur selbst war sauber. Nicht so, wie Reis weiß oder der Papst heilig ist, aber so sauber, wie man eben sein konnte, wenn man im Großraum New York in der Baubranche war. Den größten Teil seiner Geschäfte machte er in Nassau County, also war er außerdem Republikaner.

Natürlich hatte er seinen Tag um den Besuch bei seinem Dad herumorganisiert, der für neun Uhr morgens angesetzt war. Anschließend würde er in die Bronx fahren, um sich mit zwei Typen zu treffen, die es wichtig fanden, dass er sich mit ihnen traf. Auch das war gute Terminplanung. Danach würde er sich ein paar Baustellen ansehen, die ihm gehörten, nur für den Fall, dass der Bürgermeister recht und die Gegend ihr großes Comeback erlebt hatte, als er gerade mal einen Moment nicht hingesehen hatte. Er glaubte es eigentlich nicht, weil er erst gestern dort gewesen war, und die Bronx so schlecht aussah, wie die Bronx eben aussehen kann, schlicht, wie ein Haufen Scheiße.

Von dort aus konnte er über die Throgs Neck Bridge nach Hause fahren — dabei gemütlich darüber nachdenken, was ein throg wohl sein könnte —, dem dichten Berufsverkehr entgehen und den Long Island Expressway meiden, ein siebzig Meilen langer sechsspuriger Parkplatz.

Natürlich hatten die Feds wieder alles versaut. Sie waren kleinliche und rachsüchtige Menschen. Sie verschoben den Termin mit Santino und verlegten so das Vater-Sohn-Treffen auf den Nachmittag. Was Arthur aber erst herausfand, als er im Gerichtsgebäude am Foley Square eintraf. Nachdem er den Lincoln auf einem Parkplatz abgestellt und dafür bezahlt hatte. Die Feds behaupteten, sie hätten versucht, ihn anzurufen.

Arthur wußte, dass das Quatsch war, weil er nämlich einen brandneuen Pager besaß. Es war ein Weihnachtsgeschenk von seiner Familie — Angelina, seine Frau, Santino II, sein fünfjähriger Sohn, und Krystal, seine Zweijährige, die er abgöttisch liebte, trotz des bescheuerten Namens, auf den Angelina bestanden hatte, aus Dallas oder Dynasty oder vielleicht aus einer dieser tagsüber ausgestrahlten Serien, die sie ständig sah — er konnte sich nie merken welche. Es war keiner von diesen altmodischen Piepern. Es war ein Wunder moderner Mikrochiptechnologie. Auf der Oberseite hatte es ein rotes Digitaldisplay, das ihm die Nummer verriet, von der aus man versucht hatte, ihn zu erreichen—vorausgesetzt, der Anrufer gab den richtigen Code ein. Einzige Voraussetzung war eine gewisse Kooperationsbereitschaft, und er hatte den Feds extra einen eigenen Code gegeben für die kurze Zeit, die Santino in der Stadt war, weil er nämlich genau wusste, dass sie diese Scheiße mit ihm abziehen würden. Und jetzt war plötzlich alles im Eimer, und er würde genau zur Rushhour auf der LIE rumstehen. Das waren kleinliche und rachsüchtige Menschen.

Es gab noch ein billigeres Modell, bei dem die Zahlen auf dem Display grün leuchteten, aber Angelina hatte das beste gekauft.

Er nahm das kleine Gerät von seinem Gürtel, um es zu bewundern. Und um zu sehen, ob es vielleicht aktiviert worden war, er das Piepsen verpasst hatte und eine Nummer auf der Anzeige stand, die er anrufen sollte. Da war keine Nummer. So wie er jetzt im großen, weichen Sitz des Continental saß, war es schwierig, das Ding wieder unter seinem immer dicker werdenden Bauch am Gürtel zu befestigen, daher klemmte er es an die Innentasche seiner Jacke.

Je näher er dem Park kam, desto besser wurden die Gebäude. Beim letzten Block vor dem Park war die Veränderung so klar und gradlinig, dass sie von einem Diagramm hätte stammen können. Es war nicht gerade wie das obere Ende der Fifth Avenue am Central Park, aber ein Mensch, der etwas auf sich hielt, konnte dort leben. Hausmeister wischten die Flure, und Mieter bauten die Toiletten nicht aus, um, sie weiter zu verkaufen.

Arthur bog ab und fuhr den Park entlang, bis er gegenüber des 2400er Blocks, Park East, zwischen Waring und Mace eine Parklücke fand.

Er war früh dran. Er schaltete den Motor aus und das Radio an. Ein Oldie-Sender. Mick Jagger sang irgendwas von shelter just a shot away, während Arthur die Daily News hinten aufschlug, beim Sportteil. Er war über die Knicks empört, die zu blöd waren, um Mullin aus St.John’s abzuwerben, der ein neuer Larry Bird sein würde.

Zehn Minuten rollte ein Buick langsam die Straße hinunter und hielt ein Stück hinter ihm. Little Louie Mangiafrino saß am Steuer. Frank Felacco, den Arthur als früheren Kompagnon seines Vaters kannte, saß auf dem Beifahrersitz. Fat Freddy Ventana saß hinten.

Arthur drückte auf den Knopf, der die Zentralverrieglung löste. Fat Freddy stieg aus dem Buick, dann folgte Felacco.

Fat Freddy war kein Negativname wie Tiny für einen Gorilla. Fat war wirklich fett, und als er sich vorbeugte, schließlich sogar fast hockte, um den kleinen Hebel zu finden, der den Vordersitz nach vorn kippen ließ, war das eine große Anstrengung für ihn. Bei den Verrenkungen, die nötig waren, um sich durch das niedrige Trapez, gebildet aus Rückenlehne, Dachschräge und Türrahmen, auf den Rücksitz zu manövrieren, bot er keinen anmutigen Anblick. Auf seiner Krawatte klebte Butter.

Frank, ungeduldig und in seinem Kaschmirmantel zitternd, hatte eine normale Figur, war sogar ein wenig dünn. Er musste immer Diät halten, weil er Diabetiker war. Mit zweiundsechzig, zehn Jahre älter als Freddy, dreißig älter als Arthur, bewegte er sich zwar langsam, aber mit Würde.

Bob Dylan jammerte irgendwas über Leute, die Spaß an dir haben und an Chrompferdchen. Arthur schaltete das Radio aus. Freddy ließ sich grunzend auf den Sitz plumpsen. Frank klappte die Rücklehne des Beifahrersitzes mit einer verärgerten Geste zurück, stieg schnell ein und schloss die Tür.

»Lange nicht gesehen«, sagte Frank. »Wie geht’s denn so?«

»Okay, und selbst?«

»Ich nehm meine Spritzen, behalte meinen Zucker im Auge. Du weißt schon. Man lebt … Netten Wagen hast du da, stimmt’s, Freddy?«

»Ja, netter Wagen«, sagte Freddy.

»Danke«, sagte Arthur.

»Wie geht’s Santino?«

»Dem geht’s gut. Du weißt schon.«

»Harte Sache«, sagte Frank. »Zehn Jahre, nur, weil er per Ferngespräch eine strafbare Verabredung gemacht hat.«

»Ja«, sagte Arthur, »aber die hatten insgesamt — wie viel? — achtzehn Anklagepunkte. Ich denke, das war wohl derjenige, der am harmlosesten klang. Du weißt ja selbst, wie Momma ist, was die Nachbarn betrifft. Wenn er also schon vor Gericht musste, dann …«

»Aber es war wirklich eine gute Idee«, sagte Frank. »Synthetisches Kokain. Scheiß die beschissenen Spics in ihren Buden ein. Santino hat erzählt, die Nazis hätten das Zeug erfunden. Du weißt schon, im Zweiten Weltkrieg.«

»Aber trotzdem hat es in allen Zeitungen gestanden«, sagte Arthur. »Hundert Millionen Dollar. Was für eine Scheiße! Hast du schon mal was gesehen, was hundert Millionen Dollar wert ist? «

»Nee«, sagte Frank. »Und du, Freddy?«

»Nee, noch nie«, sagte Freddy.

»Die Feds«, sagte Frank. »So sind die Feds. Weißt du, die rechnen aus, was das Zeug wert ist, wenn es in kleine, kleinere und immer kleinere Portionen aufgeteilt und schließlich in Alufolie unten auf der Avenue D für einen Dime verkauft wird oder so. So kommen die nämlich auf diese Summen und fühlen sich wie die großen Helden.«

»Die tun alles, um mich zu schikanieren«, sagte Arthur.

»Jedenfalls«, sagte Frank, »es war eine wirklich gute Idee. Ich hatte übrigens auch Geld drin.«

»Echt?«

»Ja. Viele von uns hatten das. Was ist mit dir, Artie?«

»Äh, ich engagier mich nicht bei sowas … das weißt du doch, Frank.«

»Tja, das ist gut, wahrscheinlich. Jedenfalls, ich war’s nicht allein, verstehst du, eine Menge von uns hatten Geld bei deinem Vater investiert. In verschiedene Sachen.«

»Ich weiß nicht viel über seine … finanziellen Angelegenheiten.«

»Nein?«, sagte Frank, er klang weder gläubig noch ungläubig .

»Ich weiß nur«, sagte Arthur, »dass sie sein gesamtes verdammtes Vermögen eingefroren haben.«

»Ist das wahr?«, sagte Frank.

»Ja. Ja. RICO und die Continuing Criminal Enterprise. Soll ich dir was erzählen? Dann pass mal auf. Mich haben sie auch in diese Scheiße reingezogen. Die haben nichts gegen mich in der Hand, weil es nichts gibt, was sie in die Hand kriegen könnten, und trotzdem haben sie jeden Nickel, den ich besitze, einkassiert.«

»Wieso? Du bist doch sauber?«

»Als ich mit meinem Ding angefangen habe, mit dem Baugeschäft«, sagte Arthur, »also, naja, da hat Santino mir zehn geliehen, um die Sache in Gang zu bringen. Tja, und jetzt behaupten die Feds, dass dieses Geld angeblich aus „illegalen Geschäften“ und einem „fortgesetzt kriminellen Unternehmen“ stammt, was bedeutet, das behaupten die wenigstens, dass alles, was ich verdiene, wofür ich mir den Arsch aufreiße, auch zu dieser Sache gehört. Hast du so eine Scheiße schon mal gehört? Mein Haus … also, ich arbeite wie ein Verrückter, um die beschissene Hypothek abzuzahlen. Und die Feds, die haben sich das erste Pfandrecht auf mein Grundstück und Haus gesichert.«

»Das ist hart«, sagte Frank. »Ist das nicht hart, Freddy?«

»Ja, ziemlich hart.«

»Ich hab sogar noch was Schlimmeres gehört«, sagte Frank. »So ein kolumbianischer Spic, unten in Lauderdale war’s, glaub ich, der hat sich ein Los gekauft. Ein Zwei-Dollar-Los, wie du es bei einer Tombola in der Kirche oder so kriegst. Und er gewinnt einen Cadillac. Kann ein Seville gewesen sein, kann ein Coup de Ville gewesen sein, keine Ahnung. Tja, du kennst ja diese Spics … Als erstes kaufen die sich immer eine ausländische Karre, also hat er wahrscheinlich schon einen Mercedes und einen Porsche, da braucht er den Caddie nicht mehr. Also schenkt er den seinem Vater. Was, wie ich finde, eine nette Geste von dem Mann ist, wenn man bedenkt, wie die Kids heutzutage so sind.

Und dann kommen sie dem Jungen mit dieser RICO-Sache, genau wie bei dir, und sie behaupten, dass die zwei Dollar, mit denen er bei der Tombola das Los gekauft hat, Geld wäre, das er durch Dealen mit Koks verdient hätte — als könnte er nicht mal zwei Bucks von der Straße aufheben —, und sie beschlagnahmen den Cadillac seines Vaters. Kannst du dir so was vorstellen?«

»Ja, das kann ich«, sagte Arthur aufgebracht. »Bei mir haben sie gar nichts bewiesen. Bei mir wissen sie, dass sie nix beweisen können.. Aber bis ich beweisen kann, dass sie mir nichts beweisen können, was ich jetzt schon seit zwei Jahren versuche, ist alles, was ich besitze, entweder eingefroren oder beschlagnahmt. Wenn ich mal auf eine Münztoilette gehen will, muss ich erst den Richter um Erlaubnis bitten.«

»Hast du eine Ahnung«, sagte Frank, »wie viel Kohle dein Vater uns schuldet?«

»Ich hab euch doch schon mal gesagt …«

»Wenn man all die Geschäfte mitzählt, in denen er die Finger drin hatte?«

»… seine Geschäfte waren seine Sache, nicht meine.«

»Zwei von den ganz großen«, sagte Frank. »Sechs Nullen, verstehst du? Plus minus ein paar Hunderttausend.«

»Das ist eine Menge Geld«, sagte Arthur, gleichzeitig beeindruckt und eingeschüchtert.

»Ja, stimmt. Eine Menge Geld, stimmt’s, Freddy?«

»Eine Menge Geld«, sagte Freddy. »Und ob.«

»Siehst du … Freddy findet das auch eine Menge Geld«, sagte Frank.

Diese überflüssige Bemerkung stand für ein paar ansonsten stille Augenblicke im Raum. »Wollt ihr«, sagte Arthur schließlich, » dass ich deswegen irgendwas unternehme?«

»Nee«, sagte Frank, schüttelte den Kopf. »Wir wissen, dass du keine Kohle in der Größenordnung hast.«

»Und wie ich schon sagte …«

»Wie du schon sagtest«, sagte Frank, blickte weiter stur geradeaus. »Obwohl die Feds, also, die sehen das anders. Du hast selbst gesagt, er hätte dir für deinen Einstieg zehn hingeblättert. Ich finde, das klingt bescheiden, weißt du, für einen Mann mit der finanziellen Ausstattung deines Vaters. Und mit seiner Großzügigkeit. Also, wenn ich einen Jungen hätte, und dazu noch die Verbindungen deines Vaters … Aber du sagst es und ich glaub’s dir.«

»He, was redest du da? Willst du zehn Riesen von mir?«

»Nee, nee …« begann Frank.

»He, ist schon in Ordnung«, sagte Arthur. »Fahr runter zum Foley Square, bring die Feds dazu, mein Geld wieder freizugeben, und schon kannst du’s haben. Ich finde das ein bisschen abgefuckt, aber wenn du unbedingt willst …«

»Langsam, Junge. Ich rede hier von zwei Millionen. Glaubst du vielleicht, ich hätte Lust, wegen einem Hühnerscheiß wie zehntausend im Januar durch die beschissene Bronx zu gurken? He! … Was meinst du, Freddy?«

»Die beschissene Bronx im Januar«, sagte Freddy.

Auf der anderen Straßenseite kam Carlos Ortiz, el super, aus dem Haus, um das Eis vom Bürgersteig zu hacken. Er bemerkte die beiden Wagen, weil der Lincoln hinter seinem Honda Civic stand, dem ersten Neuwagen, den er je besessen hatte und den er noch vier Jahre und sechs Monate abzuzahlen hatte.

»Sie werden deinen Vater vor die Grand Jury bringen, mit diesem Sonder-Staatsanwalt … wie heißt der Kerl noch gleich? Ein jüdischer Anwalt … Freddy?«

»Keine Ahnung«, sagte Freddy. »Ein jüdischer Anwalt eben.«

»Fenderman. Stanley Fenderman«, sagte Frank. »Stimmt’s?«

»Ja«, sagte Arthur.

»Wieso?«

»Ich weiß nicht. Wieso was?«, sagte Arthur.

»Tja«, sagte Frank, »hat er’s vielleicht satt, da oben • zu leben, oben in Dannemora, praktisch im beschissenen Kanada? Glaubst du, das isses?«

»He, was für ein Scheiß ist das, Frank? Ich meine, was für ein Scheiß soll das werden? Fragst du mich, ob mein Vater vor der beschissenen Grand Jury singen wird, oder was?«

»Ich erkundige mich bei dir nach dem Gesundheitszustand deines Vaters. Nach seiner, naja, moralischen Verfassung, seinem Geisteszustand. Ein Mann, der drei Jahre hinter sich hat und noch sieben weitere vor sich … also, seine Perspektive, sein Blickwinkel, der kann sich irgendwie ändern.«

»Ich weiß nicht. Ich war noch nie im Knast. Du schon«, sagte Arthur. »Was meinst du? Freddy, der war doch schon mal im Knast. Was meint Fat Freddy dazu?«

»Freddy«, sagte Frank, »na los, sag, was du dazu meinst.«

»Keine Ahnung, Frank. Ich hab nie länger als achtzehn Monate gesessen.«

»Dann sag du’s mir, Artie«, sagte Frank, »Santino, glaubst du, er spekuliert vielleicht auf eine vorzeitige Entlassung?«

»Ich respektiere dich, Frank, das tue ich wirklich«, sagte Arthur, »aber hör endlich auf mit dieser Scheiße. Mein Vater, der hätte doch sofort in das Kronzeugen-Programm einsteigen können und keinen einzigen Tag sitzen müssen. Das weißt du. Das muss ich dir nicht erst sagen. Außerdem, wer bist du, mir Fragen über Santino zu stellen? Ich sag dir was … wenn du irgendeinen Grund hast, irgendwas zwischen dir und ihm, was dir das Recht gibt, mich diese Scheiße zu fragen, dann geh und frag ihn doch selbst.«

»He.« Frank hob abwehrend die Hand und sprach leise weiter. »Es gibt nichts, über das wir uns streiten müssten. Ich habe nichts als Respekt vor deinem Vater. Ich finde, Santino ist ein geradliniger Bursche, auf den man sich verlassen kann. Ich bin nur gekommen, um dir und ihm einen Gefallen zu tun.«

»Einen Gefallen?«

»Wenn dein Vater, also, wenn er seine Zeit abgesessen hat, ich wette, er würde dann gern rauskommen und sehen, dass alles klar, alles bestens ist. Dass er keinem Menschen mehr irgendwas schuldet … Meinst du nicht auch, das würde ihm gefallen?«

»Ja«, grunzte Arthur und fragte sich, welche Gegenleistung dafür wohl fällig war.

»Und wir verlangen nichts«, sagte Frank, »was dein Vater nicht auch tun würde, verstehst du?«

»Natürlich, klar, was immer du sagst, Frank.«

»Es wäre wirklich gut für deinen Vater, wenn er diesem Sonder-Staatsanwalt nichts erzählt, ganz besonders nicht über Gunderson.«

»Über Randolph Gunderson?« Genau gegen den ermittelte die Grand Jury. Und zwar auf seinen eigenen Wunsch. Um die »verleumderischen und aus der Luft gegriffenen Gerüchte« zum Schweigen zu bringen, dass seine Geschäfte, bevor er der Regierung beigetreten war, etwas anderes als untadelig gewesen seien.

»Wie viele Gundersons kennst du, Artie?«

»Du willst also, dass mein Vater kein Wort über den Attorney General of the United States verliert.« Die Gerüchte hatten unmittelbar nach Gundersons Bestätigung durch den Senat begonnen.

»Ja, ja, der oberste Fed«, sagte Frank.

»Was könnte Santino denn über Gunderson sagen?«

»Dein Vater hat seinen Namen nie erwähnt?«

»Er hat den Namen, naja, manchmal erwähnt, klar. Aber du weißt doch, wie er ist. Wenn er mit anderen Zockern übers Wochenende nach Atlantic City rausgefahren ist, und die sich dann Sinatra kommen lassen, wie sie’s eben so tun, damit man sich toll fühlt, nachdem man hundert Riesen verloren hat, dann ist er immer nach Hause gekommen und hat gesagt: »Ich und Frank dies« und »Ich und Frank das«. Einmal hatten sie Diana Ross da, die hat ein paar Liedchen für gerade mal fünfzehn Leutchen geträllert, und jeder wurde ihr persönlich vorgestellt. Man hätte denken können, mein alter Herr hätte eine Nummer mit Diana geschoben; ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie das besonders gereizt hätte. Außerdem, hast du ihn schon mal von sich und dem Bürgermeister reden hören? Wie toll sie miteinander stehen? Tja, ich weiß verdammt gut, dass das nicht stimmt. Er hat Gunderson mal erwähnt, na und?«

»He, wenn nicht mehr dahintersteckt, dann ist’s überhaupt kein Problem. Stimmt’s, Artie?«

»Was immer du willst, Frank«, sagte Arthur müde.

»Du behauptest also , du wüsstest nichts über deinen Vater und R. G.?«

»Ich hab meine eigenen Probleme«, sagte Arthur. »Wie tief steckt er mit drin?«

»Frag deinen Vater«, sagte Frank.

»Mein Vater erzählt mir, was er mir erzählen will. Was soll der Wirbel wegen Gunderson überhaupt?«, sagte Arthur, und fragte sich, ob bei der Sache vielleicht irgendwo ein Ansatzpunkt war, irgendein kleines Druckmittel, um den schweren Fuß der Bundesbehörden von seinem eigenen, ehrlich verdienten Geld wegzukriegen. Und ihn nach Arizona umziehen zu lassen.

»Artie, Artie«, sagte Frank in diesem Tonfall, der klarmachte: Wir sind nicht dumm, wir müssen solche Dinge wissen. »In welchen Geschäften hat Gunderson die Finger mit drin? Wo hat er das ganze Geld für den Wahlkampffond des Präsidenten her?«

»Reden wir über was Bestimmtes?«, fragte Arthur.

»Vielleicht reden wir ja überhaupt nicht«, sagte Frank scharf. »Außer darüber, wer wem wie viel schuldet.«

Mrs. Estelle Schmulowitz verließ, auf ihren Gehstock gestützt, das Wohnhaus auf der anderen Straßenseite und wollte zu White Plains, um sich ein Hühnchen zu kaufen. Sie nickte Ortiz — ein wenig widerwillig — zu, der ihr mit einem fröhlichen buenos días antwortete.

Vom Park den Block hinunter näherte sich Mrs. Inez Rodriguez. Gegen die Kälte gut eingepackt sah sie aus wie eine dunkelrot und goldene Schneefrau. Hinter sich her schleifte sie ihren vierjährigen Sohn Paco, der aussah wie ein Teddybär in einer dicken kastanienbraunen Windel. Paco wiederum zerrte seinen Schlitten hinter sich her.

»Du willst also meinem Vater sagen«, sagte Arthur, »dass du die zwei Millionen vergisst, wenn er nicht über Gunderson redet.«

»Ja«, sagte Frank. »Es wird langsam kalt in der beschissenen Karre hier. Warum machst du nicht die Heizung an?«

»Klar«, sagte Arthur. Er beugte sich vor, um den Zündschlüssel zu drehen.

Als der Motor ansprang, fiel der neue Pager, das Geschenk von Angelina, Santino II und Krystal, aus seiner Jackentasche. Franks Blick folgte dem fallenden Gegenstand. Arthurs Hand schoss vor, um sein Spielzeug noch zu erwischen, bevor es auf den Boden fiel. Es sah wie etwas aus, das er verstecken wollte.

»Der Arsch hat ’ne Wanze«, brüllte Frank. »Leg ihn um, Freddy.«

Das war etwas, das der fette Mann immer noch schnell und gut konnte. Die .38er kam aus seinem Schulterhalfter. Als Arthur sich wieder aufrichtete, vielleicht um irgendwas zu sagen, drückte Freddy ab. Die Kugel traf Arthurs Hinterkopf genau in der Mitte. Vorn kam sie wieder raus und nahm dabei den größten Teil seiner Stirn mit.

Arthur klappte nach vorn. Sein Arm schlug gegen den Schalthebel und schob die Automatikschaltung aus der P- in die D-Stellung. Der große, schwere Continental machte einen Satz nach vorn und krachte gegen Carlos Ortiz’ Wagen. Obwohl Carlos die Handbremse angezogen und einen Gang eingelegt hatte, war der Gewichtsunterschied doch so groß, dass der Lincoln den Honda auf den Wagen davor schob, bei beiden Wagen die Stoßstangen zerdrückte und die Scheinwerfer und Rücklichter zersplitterten.

Frank beugte sich zu Boden. Er riss den Pieper unter Arthurs Füßen weg, öffnete die Tür und sprang heraus. Little Louie, der in solchen Dingen Erfahrung hatte, wartete bereits mit laufendem Motor. Er öffnete die hintere Tür des Buick, damit Frank schnell reinschlüpfen konnte.

Fat Freddy allerdings hatte ein Problem. Aussteigen war noch schwerer als einsteigen. Er konnte nicht auf der Fahrerseite raus, weil Arthur Scorceses Leiche ihm den Weg versperrte. Er wuchtete sich grunzend auf die Beifahrerseite. Dann musste er sich — im Sitzen — vorbeugen, um an den Hebel zu kommen, der die Rückenlehne des Vordersitzes nach vorn klappte.

Sobald Frank im Wagen saß, ließ Louie mit dem Buick losrollen. Freddy steckte, mit Ausnahme seines Kopfes, immer noch im Lincoln fest. »He, Frankie«, brüllte er, so wie Gabby Hayes immer gebrüllt hatte, wenn Wild Bill davongaloppierte. »Warte auf mich!«

Louie bemerkte, dass er tatsächlich einen der Lebenden zurückgelassen hatte. Er setzte zurück.

Carlos hatte den Schuss ignoriert. Aber als er das Splittern der Rücklichter hörte, stellte er die Ohren auf. Carlos reagierte immer auf das Geräusch, das Metall macht, wenn es zusammengequetscht wird, wusste mit seiner fatalistischen Latino-Seele, dass dieses schreckliche Geräusch eines Tages ihm gelten würde. Was, dieses Mal, der Fall war.

»Kommt sofort zurück«, schrie er, als er sah, wie die Schänder seines geliebten Honda flohen.

»Los, beeil dich, Fettsack«, knurrte Frank.

Freddy quetschte sich mit einer Art halber Drehung aus der Tür, stolperte dann. Carlos packte seinen Eishacker, einen hölzernen Besenstiel mit einem zwanzig Zentimeter breiten Metallkeil am Ende, und rannte über die Straße. Inez Rodriguez schaute vorsichtig in beide Richtungen. Da sich nirgendwo ein Fahrzeug bewegte, begann sie die Straße zu überqueren. Sie zog Paco hinter sich her. Paco zog seinen Schlitten.

«Wird’s bald, du dummer Arsch», brüllte Frank Freddy zu.

«Ich versuch’s ja», sagte Freddy, einen Fuß im Lincoln, eine Hand auf der vereisten Straße. Er rappelte sich auf, stolperte los und stürmte wie ein wütendes Nashorn, den Kopf voran, in den Buick. Kaum war sein massiger Körper im Wagen, nur noch die Füße hingen raus, die Zehen Richtung Boden, da fuhr der Buick auch schon los.

Carlos kam genau in dem Augenblick schlitternd und rutschend an, als Louie aufs Gas trat. «Gottverdammt beschissene Arschlöcher» brüllend, zerschmetterte Carlos mit einem brutalen Schlag mit seinem Eishacker ihre Rücklichter. Sie flüchteten und er hob den Eishacker, ein Speerträger, so grimmig und wild wie seine Azteken- Vorfahren, und schleuderte ihn wie einen Speer hinter ihnen her. Er traf die Heckscheibe. Doch der Eishacker rutschte ab wie ein indianischer Speer von dem kastilischen Stahl der Rüstung der Konquistadoren.

Inez Rodriguez schaute auf, als Carlos brüllte. Sie sah den Buick los sausen, schleudern und direkt auf sich zu donnern. Sie erstarrte, als das Metallungeheuer sich auf sie stürzte. Und auf ihr Kind. Sie packte Paco und schubste ihn aus dem Weg. Paco griff nach seinem Schlitten. Er verfehlte ihn.

Louie scherte aus, als Inez sich gerade in Bewegung setzte. Inez spürte lediglich den Luftzug. Der Schlitten hatte weniger Glück. Paco heulte, als er zersplitterte. «Gottverdammt beschissene maricones», kreischte Inez.

«Oooh, diese Nachbarschaft», sagte Mrs. Estelle Schmulowitz mit einem tiefen Seufzer zu ihrem Gehstock.