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Scheinheilig

Die Tony Cassella-Trilogie | #3

Skifahren

Auch im letzten Teil der Trilogie um den Privatdetektiv heißt es: Keine Ruhe für Tony Cassella!
Nur zu gern würde der in den Alpen untergetauchte Schnüffler sein Imperium als erfolgreicher Waschsalon-Besitzer ausbauen und ansonsten nur Ski fahren. Doch seine Tarnung als irischer Priester mit französischer Geliebter samt neugeborenem Baby droht aufzufliegen, als Cassella den tödlichen Lawinen–„Unfall“ eines reichen Japaners und seiner blutjungen amerikanischen Begleiterin aufklären soll. Schon hat die Steuerbehörde seine Fährte wieder aufgenommen und rückt ihm auf die Pelle, während Cassella – umzingelt von einer Vielzahl internationaler Geheimdienste, pensionierter Agenten und den üblichen Schlägern, Dieben und Mördern – herauszufinden versucht, was es mit der mysteriösen Disc aus dem Besitz des verunglückten Japaners auf sich hat, hinter der alle her sind.
Und auch mit den Frauen wird es dieses Mal ernst: Wird Cassella dem geballten Ansturm von Geliebter, Mutter, Schwiegermutter und neugeborener Tochter gewachsen sein?
Selten konnte ein Privatdetektiv einen Familienausflug so elegant und augenzwinkernd mit der Aufklärung eines Verbrechens verbinden.
Larry Beinhart versteht es vielschichtige Krimis zu schreiben, in denen Zeitgeschehen, internationale politische und unpolitische Verwicklungen mit der Auflösung eines Falles verwoben sind.
Mit viel Sachverstand, hintergründigem Humor und einer gehörigen Portion Action schickt er Tony Cassella hier nach den beiden Vorgängerromanen in seinen letzten Fall, der ihn durch halb Europa führt.

Die Süddeutsche schrieb Anfang der 1990er zu den Cassella-Romanen: »Zugleich sophisticated, ein wenig pornographisch und manchmal pflaumenweich«, und hielt sie für »raffiniert arrangierte, gut erzählte moderne Krimis von heute.«

Die Weltwoche ergänzte: »Sex und Drugs, Suspense. Was will man mehr?«

 

Der Roman – im Original » Foreign Exchange« – erschien 1995 im Rowohlt Verlag erstmals auf Deutsch unter dem Titel »Priester waschen weißer«. Das Originalmanuskript wurde für die spraybooks-Ausgabe vollständig neu überarbeitet.

Die Tony Cassella–Trilogie

»Die Rechnung«, 2015, Original: »No One Rides For Free«, 1986
»Die Quittung«, 2015, Original: »You Get What You Pay For«, 1988
»Der Wechsel«, 2016, Original: »Foreign Exchange«, 1991

L. Beinhart: DER WECHSEL

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Larry Beinhart

Der 1947 geborene Larry Beinhart lebt heute in Woodstock, NY, und arbeitet hauptsächlich wieder als Journalist. 2015 hat er einen neuen Roman geschrieben, »ZombiePharm«, eine ausgesprochen witzige und kluge Satire auf das moderne Schulsystem nicht nur in den USA.

Larry Beinhart lacht oft und gern, deshalb spielt in seinen Büchern Humor eine so große Rolle. Er vergisst nie, seine Leser auch zum Schmunzeln zu bringen, selbst wenn der Tenor einer Geschichte ernst ist — etwa in seinem hierzulande vermutlich bekanntesten Roman »American Hero«, wenn er den Schlafanzug von Präsident Bush beschreibt: weißes Flanell mit Seehunden, die kleine Präsidenten auf den Nasen balancieren.

Prolog

Reif

Markennamen bereiteten Hiroshi Tanaka große Freude. Sie waren seine Daseinsberechtigung. Seine handgearbeiteten Skistiefel stammten von Strolz aus dem österreichischen Lech. Der Schuhmacher maß den Umfang seiner Knöchel, den Spann, die Zehenbreite und fertigte dann von jedem Fuß eine Schablone an — ein ebenso gewissenhafter Handwerker wie der Londoner Schneider, der Tanakas Anzüge zuschnitt. Aber wichtiger noch als die Passform war der Preis. Jeder, der wirklich etwas vom Skifahren verstand, wusste, dass ein Strolz der mit Abstand teuerste Schuh auf dem Markt war: 5.500 öS waren immerhin 430 $, bei einem Kurs von 11,62 öS für einen amerikanischen Dollar. Seine LaCroix-Skier kosteten 4.250 FF. Bei einem Kurs von 5,6 zu 1 waren das 760 $ oder rund 9.000 öS oder 97.280 ¥ — bei einem Tageskurs von 128 Yen für einen Dollar. Hiroshi bereitete es ein großes Vergnügen, immer zu wissen, wie der Yen im Verhältnis zum Dollar stand. Allmählich näherte er sich diesem vollkommen symmetrischen Zustand von 100 ¥ zu 1 $, die Eine-Meile-in-vier-Minuten der Finanzwelt, der Hymen des Devisenmarktes. Der Tag, an dem es riss, würde der Tag sein, an dem der Dollar zum Yin — passiv, weiblich — und der Yen absolut und offiziell zum Yang — maskulin und dominant — wurde.

Bei dem Gedanken regte es sich angenehm zwischen seinen Beinen. In seiner Vorstellung existierte ein direkter Zusammenhang zwischen Geld und Erektion. Es war kein ethnischer Makel, persönliches Manko oder auch nur ein Artefakt des Sexismus. Bei vielen Menschen, Männern wie Frauen, sind Sexualität und Bankkonto eng miteinander verknüpft. Vielleicht ist es bei den meisten so. Ganz sicher nicht bei allen — ganz sicher gab es jene, die Sex um der Macht willen machten. Aus Wut. Angst. Pflichtgefühl. Und aus Liebe. Je mehr sich der Yen dem magischen Verhältnis von 100 : 1 näherte, desto größer kam Hiroshi sich vor, wenn er im Profil vor dem Spiegel posierte.

Unglücklicherweise war der Yen bei 123 hängengeblieben. Genau genommen kroch er bereits wieder rauf, vorbei an 130 in Richtung 140 : 1.

Macht nichts, kein Problem — er besaß etwas Besseres als physische Größe. Wie bei vielen anderen Dingen auch hatte er japanische Konzentration, Studien und Disziplin auf westliche Technologie übertragen. Frag Wendy. Die amerikanische Blondine, die neunzehnjährige amerikanische Blondine, die jetzt auf ihren Skiern hinter ihm fuhr. Hiroshi konnte sie zum Schreien bringen und sie schreien und schreien und schreien lassen. Zuerst vor Vergnügen. Dann, weil sie um Pause und Erleichterung bettelte. Etwas, das sie bei noch keinem amerikanischen Freund erlebt hatte. Das hatte sie ihm wenigstens gesagt, und er zweifelte keine Sekunde daran, dass es die Wahrheit war. Nein — nicht mal der Schwarze, für den sie bis nach New York City gefahren war, als sie noch zur Highschool ging. Einer amerikanischen Highschool in Danbury, Connecticut, wo das Hauptfach anscheinend Party hieß, ein Wort, das sich grob als übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum, gepaart mit promiskuitivem Sex, übersetzen ließ. Hiroshi empfand nichts als Verachtung für diese Kids. Es war sein zweitbestes Gefühl, vielleicht der Kontrapunkt zu dem Gefühl, reich zu sein. Das Du bist schlechter als ich steckt immer auch implizit im Ich bin besser als du. Die amerikanischen Jugendlichen in Wendys Geschichten feierten Partys, als hätte man ihnen ein Ticket »Unbegrenzte Freifahrten« gegeben. Eine ganze Generation, nein, eine Reihe von Generationen einer ganzen Nation war einen faustischen Handel eingegangen – zu ungebildet, um diesen Helden entweder von Marlowe oder von Goethe zu kennen. Und so feierten sie Partys, immer in dem Glauben, dass der Preis – ihre Seelen – nie eingefordert werden würde.

Hiroshi war Wendys erster Asiate.

Wendy war, nach ihren eigenen Maßstäben, ein glückliches und gesundes Mädchen. Sie wollte zwischen Highschool und College etwas von der Welt sehen. Skifahren. Segeln. Wandern. Museen besuchen. Hiervon einen Happen kosten, daran ein bisschen knabbern, ein Schluck vom dritten — ein Österreicher, ein Engländer, ein Italiener. Ganz wie zu Hause hatte sie einen Sportler, einen Spießer, einen älteren Mann, einen Drogenfreak ausprobiert. Sie erzählte Hiroshi ihre Party-Geschichten, weil ihn das erregte. Die Vorstellung von sieben amerikanischen Highschool-Girls, vierzehn, fünfzehn und sechzehn Jahre alt, high und betrunken und leichtsinnig, die Strip-Poker spielten, mit Jungs spielten, machten ihren fünfzigjährigen japanischen Lover verrückt. Er bearbeitete sie mit Hand und Zunge und einem Hitachi-Vibrator — 56 $, 650 öS, 7.168 ¥ — ließ sie bis an die Grenze ihrer Orgasmen kommen, bevor er auf sie sprang und sich selbst erleichterte. Schon richtig, dass er sich auch dabei ziemlich viel Zeit ließ, aber es war nicht unangenehm, und wenn er wieder zu Atem kam, ging er mit ihr immer zu Palmer, dieser wunderbaren und scheinbar allgegenwärtigen österreichischen Kette von Lingerie-Geschäften, und kaufte ihr die eine oder andere Kleinigkeit. Jedes Mal, wenn sie ihm eine ihrer Party-Geschichten erzählte.

Wendy steckte in einem Dilemma. Es stimmte, dass sie die Beziehung nur zu ihrem Vergnügen aufrechterhielt. Auch wegen dem Reiz des Neuen. Wenigstens am Anfang. Das, glaubte sie, war nur gesund. Ihre Freunde und ihre Eltern hätten es genauso gesehen. Aber jetzt wollte sie ein Burton Board, eigentlich nichts anderes als ein auf Schnee angepasstes Surfbrett. Und wie heißt es auf T-Shirts so schön: Schnee ist auch nur gefrorenes Wasser. Sie fuhr schneller, wenn auch nicht besser Ski als Hiroshi, und hinter ihm blieb sie nur, weil er immer schmollte, wenn sie es nicht tat. Außerdem bevorzugte Hiroshi die gut präparierten blauen Abfahrten, weil er auf ihnen immer so professionell wirkte. Auf einer Buckelpiste konnte sie ihn wirklich wegputzen. Wendy war wie ein Shredder — der Schnee spritzte nur so zur Seite, wenn sie über Buckelpisten fegte. Sie hatte geschickte Füße. Plus die Knie eines Teenagers. Also, hier war sie, dachte darüber nach, womit sie ihre nächste Party-Geschichte würzen musste — ein schwarzer Basketballspieler mit sagenhaften Proportionen, das Mädchen, das mit der ganzen Footballmannschaft der Schule ins Bett ging, fünf Mädchen, und nur Mädchen, die es miteinander trieben, Acid-Würfel und halluzinogene Busen — um das Snowboard zu bekommen, das immerhin fast 1.000 $, 142.000 ¥, 11.600 öS kostete, bei den Einfuhrzöllen und überhöhten Preisen in Wintersportorten.

Irgendwo unter diesen Gedanken, unartikuliert und noch nicht bis ins Bewusstsein vorgedrungen, hatte Wendy beschlossen, mit Hiroshi Schluss zu machen.

Die Entscheidung fiel instinktiv, spontan, wurzelte in der Substanz ihrer Integrität. Es war genau in dem Augenblick passiert, als sie merkte, wie sie über den Tausch sexueller Gefälligkeiten gegen Cash oder ein Geldäquivalent nachdachte. Wendy machte sich nicht vor, dass der Unterschied zwischen Cash und Geldäquivalent etwas an der Gleichung sexueller Gefälligkeiten änderte. Ihr Vater war Steuerberater, und wenn ein Geldäquivalent besteuerbar war, dann war es auch ein echtes Einkommen, und wenn es ein echtes Einkommen war, dann wurde sie zu einer echten Nutte, wenn sie als Gegenleistung für eine Skiausrüstung fickte.

Aber auf eine Weise war sie reicher als Hiroshi. Wendy besaß ein Talent für echtes Vergnügen, eine sinnliche Freude am Einkaufen und Geldausgeben und Konsumieren. Für Hiroshi waren dies alles — Verdienen, Kaufen, Besitzen, ja sogar Schenken — nur verschiedene Methoden des Punktemachens.

Hans fuhr auf der Piste vor ihnen.

Womit Hiroshi einverstanden war. Nicht weil Hans ein anderer Mann war, sondern weil Hiroshi die Dienste von Hans gemietet hatte. Er war ihr Führer. Hiroshi zahlte der berühmtesten Skischule der Welt, der Skischule, mit der alles angefangen hatte, der Arlberg Ski Schule,  1.650 öS (142 $) pro Tag für ihn. Hans besaß eine sehr gute Ausbildung. Er hatte mehrere schwierige, vom österreichischen Staat durchgeführte Prüfungen bestanden und war berechtigt, den Aufnäher mit dem österreichischen Adler zu tragen, auf dem Staatlich geprüfter Skilehrer stand: ein seriöser Titel in einem Land, in dem das Skifahren allgemein verbreitet ist. Außerdem war er noch Bergführer, was bedeutete, dass er eine Reihe weiterer Prüfungen abgelegt hatte und in diesem Land der Lawinen, steilen Felsen und plötzlichen Stürme qualifiziert war, Touristen abseits der offiziellen Pisten, fort von den gekennzeichneten Wegen zu führen. Selbst bei 135 Kilometer Abfahrten und 70 Liften war das Fahren auf den üblichen Pisten definitiv nicht schick. Schick war die Suche nach unberührtem Schnee, frischem Schnee, dem eigenen Schnee, wo man seine Spur im feinen Pulver hinterlassen konnte. Schick war der wunderbar erregende Kitzel der Gefahr — je höher der Preis, desto verlockender — und so machten es ja auch Charles und Di, und Andy und Fergie machten es, wenn sie über der Grenze im schweizerischen Klosters Ski fuhren.

Hans war achtundzwanzig, ein Junge aus den Bergen. Nicht die Gipfel, die das Tal säumten, begrenzten seine Horizonte, sondern die Engstirnigkeit der Menschen und die traditionalistische Gesellschaft, in der er lebte. Bauernsöhne wurden Bauern und hatten den einen oder anderen kleinen Nebenjob, denn wenn das Weideland fast senkrecht abfällt und eine große Viehherde aus acht Kühen besteht, kommt man mit Landwirtschaft allein nicht sonderlich weit. Ladenbesitzer erbten Läden. Beamte erzogen ihre Kinder zu anständigen Staatsbürgern. Der Vater des Arztes war auch schon Arzt gewesen, und, bei Gott, beide Generationen liebten ihre Titel über alles und trugen sie wie Abzeichen vor sich her.

Manchmal hatte ein Bergjunge Magie in den Füßen und Stahl in den Schenkeln, einen beinahe selbstzerstörerischen Hang zu Schmerzen und absolut keine Angst. Dann lief er Rennen. Er fing mit Rennen an, wenn er gerade laufen konnte. In der Pubertät wurde es ernst. Wenn er eine echte Chance hatte, in die Nationalmannschaft zu kommen, dann wusste ganz Österreich davon, wenn er vierzehn war. Die meisten Menschen kennen Abfahrtsrennen nur aus dem Fernsehen. Sie wissen gar nichts. Man muss den Kurs mit eigenen Augen sehen und, besser noch, abgehen oder auf Skiern abfahren. Wenn der Schnee weich ist wie Schnee, wird er in der Nacht vor einem Rennen mit Wasser bespritzt, damit er gefriert. Dann ist der Kurs blankes Eis. Die Kanten eines Rennskis machen das gleiche Geräusch wie ein Zug. Sie heulen und klappern. Wenn ein Rennläufer falsch umkantet oder verkantet oder nicht rechtzeitig in die Hocke geht oder seine Füße sich nicht synchron mit den Unebenheiten der Piste bewegen können oder wenn er einfach nicht stark genug ist oder nicht mutig genug, dann ist er erledigt. Ein wild strauchelndes, stürzendes Etwas. Skier und Stöcke wirbeln durch die Luft. Die Piste hinunter. Ein Körper, der auf einen spiegelglatten, vereisten Steilhang schlägt, verzweifelt nach einem weicheren Hindernis sucht, um anzuhalten, bevor er gegen etwas wirklich Hartes kracht und zerbricht. Stell dich direkt an den Rand einer Abfahrtsstrecke. Beobachte, wie sie kommen. Sie kommen wie Rennwagen. Alle Rennläufer haben sich schon die Knochen gebrochen, Knorpel zerrissen, die Bänder wieder befestigen lassen.

Es gibt weniger Skiläufer der Weltklasse als Basketballspieler in der NBA oder Baseballspieler, die es in die Major Leagues schaffen.

Also rast er den Berg hinunter, volle Kanone, jagt dem Augenblick der Erkenntnis entgegen, dass er nicht den Mumm hat oder das Engagement oder die Fähigkeit oder den Körper oder die Reflexe oder die Augen oder den richtigen Trainer, die richtige Diät, die richtige Saison, die richtigen Sterne — irgendwas … und er wird sich mit einer bescheideneren Arbeit begnügen müssen. Wenn er dann immer noch gern Ski fährt und in einer anderen Sprache »Gewicht auf den Außenski« sagen kann, hat er die Möglichkeit, Prüfungen abzulegen und Landesskilehrer zu werden, kann weitere Prüfungen machen und versuchen, den Adler zu bekommen, noch mehr Prüfungen und schließlich Bergführer werden. Jedes Skigebiet besitzt seine eigene Schule oder mehrere Schulen und eine eigene Art, Geschäfte zu machen. Die Arlberg Ski Schule gehört einer Kerngruppe von Skilehrern, deren Anteile so rätselhaft und obskur aufgeteilt sind wie bei einer mittelalterlichen Gilde. Der Anteil eines Lehrers hängt von seinem Wohnort ab, davon, wie lange er bereits Mitglied ist, was er unterrichtet und wieviel er arbeitet. Er arbeitet nicht, wenn die Kunden ihn nicht mögen. Wie jeder andere in der Dienstleistungsbranche baut er darauf, dass die gleichen Kunden jedes Jahr wiederkommen — und das tun sie, sie fragen nach Kurt oder Rudi oder Luis oder Hans. Wenn er arbeitet, verdient ein Skilehrer 500 $ die Woche. Was zwar nicht schlecht, aber auch wieder nicht genug ist. Also trifft er Vereinbarungen mit dem Restaurant, in das er seinen Kurs zum Mittagessen bringt, mit dem Bistro, in das er mit dem Kurs zum Après-Ski geht, mit dem Sportgeschäft, in das er sie für ihre Ausrüstung schickt, und wenn er an einer der zahlreichen Kapellen in den katholischen Bergen vorbeikommt, spricht er ein kurzes Gebet für ein fettes Trinkgeld.

Hans hatte eine schwere und entbehrungsreiche Kindheit. Visionen hatte er nur bruchstückhaft und kurz, verleugnete sie beinahe genauso schnell, wie er sie gesehen hatte. Vielleicht war er intelligent, doch man hatte ihm beigebracht, dass Lernen nichts einbrachte. Er besaß ein gewisses Talent fürs Skifahren, aber sein Vater sagte, das wäre nur für Kinder, und Hans würde noch lernen müssen, dass das Leben in den Bergen hart war und dass er arbeiten musste, nicht spielen. Er fuhr trotzdem Ski, doch zum Abfahrtslauf kam er erst spät. Außer seinem linken Arm hatte er sich nie etwas gebrochen. Kaum war diese Verletzung verheilt, stand er schon wieder auf den Brettern, was er nach dem Tiroler Verständnis von Männlichkeit auch musste, wenn er als Mann gelten wollte. Doch einen Monat nach seiner Rückkehr zum Wettkampfsport hob er auf einer Abfahrt ab und erhaschte einen flüchtigen Blick auf das Leben nach dem Tod, während er in der Luft war. Er hatte nichts gegen ein bisschen Geld. Es gefiel ihm, wie sein Körper durch das Skifahren straff und durchtrainiert blieb, sein Gesicht braun, seine Haare gebleicht, und auch, dass dies den Mädchen gefiel. Es gefiel ihm, Bier und Schnaps spendiert zu bekommen, und welche Drogen die Touristen auch immer zu teilen bereit waren. Außerdem ließ er sich gerne flachlegen. Das war auf jeden Fall besser, als im Februar noch vor Tagesanbruch Eis von Kabeln zu schlagen oder Kisten aus einem Lieferwagen zu laden. Außerdem war er von Natur aus blond. So etwas durfte man nicht vergeuden.

* * *

Schließlich rissen die Wolken auf. Der Himmel wurde ungeheuer blau, blauer als je im Flachland. Die Sonne kam genau von oben; sie prallte auf den Schnee und wurde reflektiert. Ein Tag für Lichtschutzfaktor 10. Wendy hatte bereits einen neonroten Streifen Sonnenblocker auf der Nase. Bei ihr sah es süß aus und kalifornisch. Hiroshi benutzte Piz Buin. Hans fuhr lässig Ski, allerdings nicht sehr präzise. Dann Hiroshi, exakter, aber auch steifer. Als letzte Wendy, locker und wie immer auf der Suche nach Spaß.

St. Anton wird von einem Berg namens Valluga überragt. Erreichbar ist er über drei Drahtseilbahnen. Die letzte ist klein und führt bis zum Gipfel — vor allem wegen der Aussicht, denn es ist unmöglich, von dort oben abzufahren. Allerdings gibt es die Möglichkeit, die andere Seite des Valluga zu erreichen, indem man sich mit einer Hand an einem Drahtseil entlanghangelt, während man mit der anderen seine Ski auf der Schulter trägt. Von dort aus kann man dann bis nach Lech abfahren.

Hans ging voraus. Es war nicht übermäßig gefährlich, man konnte sich festhalten. Trotzdem blieb ein gewisser Nervenkitzel, das Prickeln von Adrenalin, denn wenn der ungünstigste Fall eintrat und man genau in dem Moment stolperte, wenn man gerade neuen Halt suchte, und wenn man dann daneben griff und nicht die Reflexe besaß, schnell nach irgendetwas anderem zu greifen, und wenn man zusätzlich noch das Pech hatte, gerade an einer wirklich üblen Stelle zu sein, dann war man tot. Buchstäblich und im wahrsten Sinne des Wortes tot.

Es war ein furchtbares Jahr gewesen. Das schlechteste Jahr seit Menschengedenken, was den Schnee betraf. Und dann, am 10. Februar, hatte es zu schneien begonnen. Es schneite zwei Tage. Und allen begann es in den Knien zu jucken, als wären sie Teenager an einem Samstagabend. Schnee, Schnee, Gott sei gelobt, endlich Schnee. Und dann regnete es zwei Tage, wenigstens im Tal. Ununterbrochen. Unaufhörlich. Drüben in Frankreich, in Savoyen, gab es Überschwemmungen und Tote. Dann schneite es wieder, einen Tag und noch einen und noch einen. Drüben in Frankreich, in Savoyen, starben weitere Menschen in Lawinen, und in St. Anton, im restlichen Arlberg und Vorarlberg sowie im äußersten Westen Österreichs blieben die höchsten Gipfel geschlossen. Den ganzen Tag konnte man die gedämpften Explosionen hören, als Sprengladungen gesetzt wurden, um den lockeren Schnee herunterzuholen, und manchmal ein grollendes Donnern, wenn ein ganzer Berghang als Lawine runterkam.

Die ganze Saison hatte es nur drei Tage lang ausgezeichnetes Skiwetter gegeben. Auch wenn dieser wochenlange Schneefall auf eine nicht vorhandene Grundlage sehr gefährlich werden würde, wartete jeder mit gequältem Atem nur darauf, dass die großen Schneefelder oberhalb der Baumgrenze geöffnet wurden. Es dauerte drei Tage. Drei Tage später waren überall Spuren. Nur nicht auf der Rückseite des Valluga.

Jetzt war auch der letzte Lift endlich offen. Sie marschierten um den Gipfel, schauten auf die zerklüftete, riesige Weite hinaus. Alle drei verspürten eine besondere Art der Lust.

Pulverschnee.

* * *

Hans legte eine perfekte Spur perfekter Schwünge in eine perfekt jungfräuliche Winterlandschaft. Hier, hoch oben, war es mehr als einfach nur Tiefschnee — er war tief und trocken und leicht. Echter Pulverschnee. Und das ist es, worum’s beim Skifahren letzten Endes geht. Im Vergleich dazu ist jede andere Art von Skifahren nichts als Übung oder technischer Wettkampf wie ein Rennen oder einfach nur etwas, mit dem wir uns abfinden, während wir darauf warten, dass uns die echte Sache über den Weg läuft. Erst Hiroshi, dann zog auch Wendy eine parallele Spur in den Schnee. Hiroshi fuhr präzise. Er versuchte, seine Schwünge so perfekt zu aussehen zu lassen wie seinen taubenblauen Overall von S. O. S., hergestellt in Schweden, 1.800 $, 12.075 skr, 230.400 ¥, sehr grelle Farben und genau das, was die Skilehrer in Val d’Isère in diesem Jahr trugen. Wendy war begeistert. Sie dachte nicht mehr daran, dass sie mit Hiroshi Schluss machen wollte. Sie dachte nicht mehr daran, dass sie versucht war, eine Nutte zu werden. Sie dachte nicht mehr daran, was brave Mädchen zu schlechten Mädchen machte und wie viele Schwänze nötig sind, um aus einer emanzipierten Frau eine liederliche Schlampe zu machen. Sie dachte nicht mehr daran, zurück auf die Schule zu gehen und zur Ruhe zu kommen und Steuerberaterin zu werden, damit sie nicht mehr von einem Mann abhängig sein musste, sondern sich auf gleichberechtigter Basis mit einem Gleichen zusammenschließen konnte, um für »Nachkommenschaft« zu sorgen, und vermögend zu werden, wie es auch ihre Eltern gemacht hatten, was aber, laut den Medien, für so viele dieser Generation in unerreichbarer Ferne lag. Sie vergaß die Löcher in der Erdatmosphäre und das Gift auf den Äpfeln.

Pulverschnee.

Wie ein Kopfsprung in den Himmel. Während der ersten beiden Tage des Sturmes war es kalt gewesen, ungefähr —10 °C. Als es dann im Tal regnete, blieb es oberhalb von Galzig unter o °C. Dann sackte die Temperatur auf —23 °C ab, und es schneite weiter. Die reinste Zauberei. Je niedriger die Temperatur, desto leichter der Schnee. Das hier war wie Flaum, so fein und leicht wie in Colorado, so fein wie der legendäre Pulverschnee in der Hochwüste von Alta in Utah. Ein Skifahrer, der gut genug ist, um sich von der Angst frei zu machen, kann sich in seiner eigenen Wolke von den Felsen hinuntertreiben lassen.

Für Wendy war Hiroshi ein typischer Japaner. Hiroshi sah sich nicht so. Er sah sich als Individualisten. Der typische Japaner war zuallererst Mitglied einer Gemeinschaft—der Familie, der Firma, des Landes — und erst dann ein Individuum. Hiroshi war Abenteurer. In seiner Vorstellung war er eine Art James Bond. Ganz sicher besaß er diesen Sinn für Dominanz, diese optimistische Selbstsicherheit, die aus der Gewißheit, rassisch überlegen zu sein, entspringt, die Bond ebenfalls ausstrahlt. Das ist etwas, das einhergeht mit einem Weltreich, in territorialer oder finanzieller Hinsicht.

Sie fuhren ganz allein in einem Reiseprospekt. Der Himmel war azurblau. Der Himmel war kornblumenblau, ritterspornblau, himmelblau, kobaltblau, zyanblau. Drei weit geschwungene S-Bögen. Das Tal und die Städte weit, weit unten, unterhalb der Baumlinie, unsichtbar. Zerklüftete Felsen und darüber Schnee.

Das Gefälle des Hanges wurde sanfter. Hans hielt an. Sie blieben alle stehen. Wendy strahlte. Sprudelte über vor Glück. Eine Pause, um diese eine perfekte Abfahrt mit den anderen zu teilen. Hiroshi akzeptierte den Tribut. Denn immerhin waren es seine Yen, die dieses Treffen, diese Perfektion überhaupt erst ermöglicht hatten. Hans akzeptierte das stumme Lob. Denn immerhin hatte er für sie diesen perfekten Pulverschnee gefunden, praktisch vor allen anderen. Was sein Job war.

Irgendwo über ihnen ein dumpfes Grollen.

Weder Hiroshi noch Wendy achteten weiter darauf. Sie verschnauften. Hans schaute auf. Hans drehte seine Ski talwärts, stieß sich mit den Stöcken ab und machte sich davon. Dann schauten auch die beiden anderen auf.

* * *

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen über Lawinen. Aus ihnen kann man erfahren, dass sie in der Regel bei einer Hangneigung zwischen 28° und 45° abgehen. Tiefenreif ist eine der klassischen Ursachen. Wie der reizende Raureif, der in New England Kürbisfelder für Herbstpostkarten verzaubert, entsteht er durch Kristallisation von Feuchtigkeit bei der Verdunstung — Raureif durch Tau, Tiefenreif durch Schnee. Diese Kristalle haben eine becherförmige Gestalt, und so gelingt es ihnen nicht, eine enge Verbindung zur nächsten Schicht der Schneedecke einzugehen. Es entsteht der gefürchtete Schwimmschnee, eine instabile Gleitfläche für die darüber liegenden Schichten. In den Untersuchungen wird von trockenem und nassem Schnee die Rede sein. Trockenschneelawinen ereignen sich normalerweise während oder innerhalb weniger Tage nach einem Schneefall.

Sie können ganze Hänge, selbst bewaldete, vernichten und leicht mit über 100 Meilen die Stunde ins Tal krachen. Nassschneelawinen sind langsamer. Doch in Wahrheit sind Lawinen mindestens eine so heikle Geschichte wie Sex. Sie passieren nie, wann sie sollten, gehen statt dessen dort ab, wo sie es nicht sollten. Wie zum Beispiel die große Lawine am Ostende der Stadt, die 1988 die Shell-Tankstelle und zwölf Menschen mitgerissen hat. Oder die Lawine Anfang der Saison 1990, in der Nähe von Stuben, als kaum ein Meter Schnee auf dem Boden lag, und keine fünfzig Meter von einer sehr befahrenen Piste entfernt. Sie fegte über ein zweiundzwanzigjähriges Mädchen hinweg. Fünfzehn Menschen schauten zu. Alle halfen mit, sie auszugraben. Sie zu finden dauerte keine zwanzig Minuten. Doch da war sie bereits tot.

Es ist durchaus möglich, einer Lawine auf Skiern davonzufahren. So etwas ist sogar schon gefilmt worden. Charles, Prince of Wales, wurde um ein Haar von einer Lawine erwischt, als er im März 1988 im schweizerischen Klosters abseits der Pisten fuhr. Ein Angehöriger der Gruppe des Prinzen, Major Hugh Lindsay, wurde von den Schneemassen begraben, und Patricia Palmer-Tomkinson wurde über dreihundertsechzig Meter weit mitgerissen, wobei sie sich beide Beine brach.

Niemand etabliert Chic schneller als die britische Königsfamilie, und von einer Lawine erwischt worden zu sein hat seitdem einen gewissen snobistischen Reiz.

* * *

Das Grollen wurde lauter. Nein. Größer. Es war ein Grollen von der Größe eines Berghanges. Leise und tief und gewaltig.

Die Abfahrt in die Sicherheit war kürzer als eine Viertelmeile. Dort waren ein Grat und eine Senke. Ein Skifahrer konnte sich nach links halten, über den Grat und dann runter, während die Lawine — höchstwahrscheinlich — den Weg des geringsten Widerstandes wählte, auf den weiten, sanften Hang der Weide krachte und allmählich ausrollte.

Hans stellte seine Skier parallel und weit auseinander. Er bückte sich, ging in die Hocke, klemmte die Stöcke unter die Arme, die Hände weit vor sich gestreckt, so wie es ihm vor langer Zeit beigebracht worden war, bevor er herausfand, wie hart Abfahrtsrennen wirklich waren. Hiroshi gab sich, auf seine steife, präzise Art, die größte Mühe, ihn zu imitieren. Wendy empfand zuerst Angst, dann ein unbeschreibliches Hochgefühl. Auch sie ging in die Hocke. Hans hatte das nötige Gewicht und die längsten Skier. Er begann sich allmählich von ihnen zu entfernen.

Jetzt war der Pulverschnee, der gerade noch ihre Freude gewesen war, ihr Feind geworden, bremste sie, hielt sie zurück, war wie eine Falle aus Melasse.

Die ersten zweihundert Meter hielt Hiroshi sich bestens. Dann fingen seine Schenkel an zu brennen. Das Brennen befand sich exakt in der Mitte zwischen Knie und Hüfte. Ein weniger bedeutender Schmerz unmittelbar oberhalb seiner Knie. Er betrachtete den Schmerz als eine Art Test. Ein Test der Disziplin. Etwas, das man spürte und durch das man hindurchmusste. Aber dennoch tat es weh und raubte ihm die Kraft.

Wendy, lockerer und jünger, lehnte sich zurück, glitt mit ihren Skiern höher auf dem Schnee und überholte Hiroshi. Unter anderen Umständen hätte er sie deswegen gehasst, doch er konzentrierte sich auf seinen Schmerz, war sehr Zen. Wendy hatte noch nie ein solches Hochgefühl empfunden. Sie bewegte sich schneller als je zuvor in ihrem Leben. An irgendeinem Punkt in ihrer Beschleunigung war sie weit über sich selbst hinausgewachsen, war schneller, als ihre Fähigkeiten erlaubten, ließ jede Angst weit hinter sich zurück. Verlorenes Gepäck im Flugzeug eines anderen.

Trotzdem holte die Lawine auf.

Hiroshis linkes Bein zitterte. Er wünschte sich, stehenzubleiben, es zu strecken, den Muskel zu entspannen. Es zitterte. Er erwischte eine harte Schneeschicht unter dem Pulver. Der Schnee hielt den Ski fest, die Bindung sprang auf, wie sie es auch sollte. Hiroshi dachte, als er spürte, wie sie sich löste, dass er auch noch auf einem Ski weiterfahren könnte. Aber das stimmte nicht, und es war lediglich das extrem geschärfte Bewusstsein des Augenblickes, das es möglich machte, diesen Gedanken überhaupt zu haben, so extrem klar und deutlich, zwischen dem Augenblick, als er seinen Ski verkantete, und dem folgenden Sturz. Er verlor beide Skier, dann einen Stock. Er rollte auf Schulter und Kopf, bis er an der Stelle liegenblieb, an der nur einen tiefen Atemzug später die Lawine über ihn wegrollen, ihn begraben, ihn ertränken würde.

Wendy hielt sich gut. War nicht so schnell wie die Lawine. Nicht einmal so schnell wie Hans, aber auch wieder schnell genug, um im Schnittpunkt der Zeit vor der Schneemauer hinter ihr den Grat zu erreichen. Die Mauer, die gerade eben ihren großzügigen Liebhaber verschlungen hatte.

Doch das sollte nicht sein. Unter dem Pulverschnee gab es einen Abschnitt mit vom Wind zerfurchtem, hartem Schnee. Die nach hinten gelehnte Haltung, die ihr im Tiefschnee zusätzliche Geschwindigkeit verliehen hatte, war es, die ihr nun zum Verhängnis wurde. Der harte Altschnee schlug ihre Skier nach oben, und aufgrund ihrer Haltung fehlte ihr die nötige Balance, diese Schläge aufzufangen.

Sie stürzte. Die Lawine überrollte sie. Sie wusste es. Sie hoffte, sie würde bewusstlos, damit sie starb, ohne zu wissen, dass sie starb. Was nicht der Fall war. Die Lawine raste einfach über sie hinweg und begann sie zu ersticken. Gefangen mit ihren Skiern und Stiefeln und den Stöcken, kämpfte sie verzweifelt, um einen Weg nach oben zu finden und einen Tunnel an die Luft zu graben. Jede einzelne Bewegung wurde behindert. Die Angst, die sie verloren hatte, kehrte zurück, hüllte sie ein — und sie wimmerte. Zeit ist dehnbar. Zeit ist subjektiv. Ein Abfahrtsrennen dauert weniger als zwei Minuten, die Zielposition wird gemessen in Hundertstelsekunden, und die zwei Minuten sind mindestens zweihundert Augenblicke lang. Jeder, der schon einmal geboxt hat, weiß, dass eine Runde im Ring, drei Minuten, länger dauert als drei Stunden mit einem Buch. Ersticken dauert ein bis vier Minuten. Wenn der Betreffende den Atem anhält, wie es ein ertrinkender Schwimmer vielleicht tut, oder wenn er noch etwas Luft hat, wie ein von einem Schneerutsch gefangener Mensch, kann er vielleicht noch weitere Minuten durchhalten. Wie viel oder wie wenig Minuten auch immer zwischen ihrem Sturz und ihrem Tod lagen, Wendy, das neunzehnjährige Mädchen aus Connecticut, brauchte verflucht lange zum Sterben.

Hans schaffte es über den Grat, bevor er sich wieder umschaute. Er war allein. Es tat ihm leid, dass es die beiden nicht geschafft hatten. Aber das war ein mildes Gefühl im Vergleich zu der Begeisterung, die er jetzt verspürte. Er fühlte sich high und stark und rein. Er hatte das größte Spiel von allen gespielt, das Spiel mit den höchsten Einsätzen. Der Tod von Hiroshi Tanaka und Wendy Tavetian waren der Beweis dafür.